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Ego verhindert gute Führung (Teil 2)

Cees ´t Hart hat als CEO der Carlsberg Gruppe eindrucksvoll gezeigt, wie man aus den erhabenen Höhen der Führungsetage wieder auf den Boden der Tatsachen kommt. Doch wie kommt es überhaupt dazu, dass Manager einen Höhenflug bekommen?

Wer in der Hierarchie höher steigt, bekommt mehr Macht. Davon wollen immer mehr Leute profitieren. Sie schmeicheln der Führungskraft, sie lachen über deren Witze, sie stimmen bereitwilliger zu. Das ist Kraftfutter für das Ego des Führenden. Und so wächst das Ego immer mehr.
Diese Zusammenhänge hat David Owen untersucht, der nicht nur Neuromediziner ist, sondern als einer der jüngsten ehemaligen britischen Auslandsministern, ebenfalls Führungsluft geschnuppert hat, Gemeinsam mit Jonathan Davidson, Professor für Psychologie und Verhaltensforschung, nennt er dieses Phänomen „das Hybris-Syndrom“.

 

Das Hybris-Syndrom und was dahinter steckt

Hybris bedeutet Selbstüberhebung oder Hochmut. Ursprünglich gegenüber Göttern oder göttlichen Wesen. In der Mythologie folgte auf Hybris übrigens meist eine göttliche Bestrafung. Ewige Verdammung oder ähnlich wirkungsvolle Strafen.

Doch was folgt heute der Hybris von Managern? Götter über ihnen existieren ja meist nicht mehr. Im besten Fall reflektieren sie das selbst und treffen geeignete Vorkehrungsmaßnahmen so wie Cees ´t Hart. Doch was, wenn keine kritische Reflexion (weder von innen noch von außen) vorhanden ist? Dann können sich Werte ändern und Perspektiven verdrehen. Jennifer Woo, CEO und Vorsitzende in einer von Asiens größten Luxushandelsketten, hat dafür bezeichnende Worte gefunden: „Das Verlangen des Egos nach Reichtum, Berühmtheit und Macht in seine Grenzen zu weisen, gehört zur obersten Pflicht einer Führungskraft.“

Wenn wir unser Ego nicht in den Griff bekommen, sind wir unseren Wünschen ausgeliefert. Ein aufgeblasenes Ego macht uns zu einem leichten Opfer für Manipulationen, es verengt unser Blickfeld und es birgt die Gefahr, korrupt zu werden. Ein Verhalten, das wahrscheinlich nicht unser ursprünglicher Plan war. Wir agieren entgegen unseren ursprünglichen Prinzipien.

Ein übersteigertes Selbstwertgefühl korrumpiert unser Verhalten. Wenn wir glauben, dass wir die einzigen Architekten unseres Erfolgs sind, tendieren wir dazu, eigennützige Entscheidungen zu treffen. Das gilt nicht nur für Führungskräfte, dieses Phänomen kennen viele erfolgreiche Menschen.

 

Die Sicht des Egos

Was hat denn unser Ego mit unserem Blickfeld zu tun, werden Sie sich vielleicht fragen. Mit dem menschlichen Geist ist es eine seltsame Sache: wir achten immer auf das, was unsere Auffassung von einer Sache bestätigt. Wenn wir denken, heute ist ein sch+++, ein schlimmer Tag, dann werden wir auch die negativen Vorkommnisse des Tages wahrnehmen. Oder wenn wir von jemandem glauben, dass er etwas Böses im Schilde führt, dann werden uns jede seiner Äußerungen verdächtig vorkommen.

Dazu kommt, dass ein großes Ego noch mehr Selbstbestätigung benötigt. So kommt es dazu, dass die Führungskraft in einer großen Blase endet, in der sie nur das sieht und hört, was sie möchte.

Ein Ausbruch aus dieser Blase ist eine wichtige aber auch herausfordernde Aufgabe. Sie erfordert Selbstlosigkeit und Mut, soviel sei hier schon verraten. Mehr finden Sie in meinen nächsten Blogbeiträgen.

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